Slowpitch Softball EM Bulgary

Die Coed Slowpitch EM 2011 in Dupnitsa ist Softball Geschichte

Ich durfte als Assistent Coach die Deutsche Mannschafft mitbetreuen. Erstens möchte ich mich bei allen Verantwortlichen, Coaches, Spielern und Spielerinnen bedanken, es hat Riesen-Spaß gemacht, man konnte förmlich ansehen wie aus einem bunt zusammen gewürfelten Haufen, im Laufe des Turniers, ein Team geworden ist.

Wir haben uns wacker geschlagen, selbst die besseren Teams wie Irland und Slowenien mussten alles geben, um uns zu schlagen. Lediglich die Briten waren eine Klasse für sich, sie wurden verdient Europameister. Im Endeffekt waren es die Frauen der Briten, die den Unterschied ausgemacht haben- sie waren der absolute Hammer, konnten nicht nur platziert schlagen, sondern auch weit. Victoria Chapmann, die Catcherin, hat im Finale nur um Zentimeter einen Homerun verfeht.

Aber selbst die “Löwen” von der Insel waren schlagbar, eindeutig bewiesen durch Slowenien. Die Slowenen haben die Briten im Laufe des Turniers zweimal besiegt. Somit können wir mit einem 5ten Platz zufrieden sein. Das letzte mal das eine Deutsche Nationalmannchaft an der Coed Slowpitch EM teilgenommen hatte wurde Sie im letzten Spiel mit fast 50:0 durch die Briten geschlagen. Es ist also das erste mal überhaupt, in der EM Geschichte dieses besonderen Sports, das Deutschland gewonnen hat. Und wir haben am Ende sogar ein zweites Spiel gewonnen, nämlich das Platzierungsspiel um den fünften bzw. sechsten Platz.

Bulgarien, Heim Team und Ausrichter

Das Haupt-Spielfeld in Dupnitsa war in gutem Zustand, alles super in Schuß gehalten von der Bulgarischen Ground Crew. Leider fehlte ein zweiter Platz und es konnten nicht alle Spiele auf dem Hauptfeld ausgetragen werden, sondern jedes Team musste einmal im Laufe des Turniers auf den sogenannten B Platz, ca. 10 Minuten Autofahrt entfernt.

Und genau dieses Spiel am zweiten Spieltag spiegelte so ein bisschen unsere Unerfahrenheit wieder, die dann den Unterschied zwischen dem verdienten fünften Platz und einer Halbfinal- Teilnahme ausmachte.

Slowpitch Softball EM auf dem Acker

Das Spiel am zweiten Spieltag gegen Tschechien:

Man kann sich natürlich beschweren, dass der Platz gar kein Platz, sondern eine abgegrenzte Stoppelwiese war. Schlaglöcher en masse, der Ball versprang bei fast jedem hartgeschlagenen Grounder. Also für eine EM unwürdig, schon fast fahrlässig, da sich jemand auch leicht hätte verletzen können.

Die Tschechen haben es in diesem Spiel verstanden, genau diese harten Ground Balls zu schlagen; die Bälle kamen zuerst direkt auf unsere Infielder zu und versprangen dann so unberechenbar, dass sie unseren Trainingsgeräten aus dem Shop, dem SKLZ Reaction Ball oder dem Crazy Catch, ohne weiteres Konkurrenz machen würden.

Coed Slowpitch EM 2011

Fahnenträger Simon und Miriam

 

 

Eins darf man aber dabei nicht vergessen, der Platz wurde von beiden Teams in der Defense bespielt. Und wenn unsere Nationalmannschaft 13 “Errors” gemacht hat (dürften eigentlich gar keine Errors sein), die Tschechen aber nur zwei, dann wird doch eins deutlich: Wir haben kaum harte Ground Balls geschlagen, zumindest wesentlich weniger als der Gegner. Das mag an mangelnder Erfahrung liegen, vielleicht auch am Pitching Stil des gegnerischen Pitchers. Unsere Batter waren bei diesem Spiel jedenfalls leider nicht in der Lage, den Cheer, den die deutschen Spieler und Spielerinnen in Dupnitsa zu Kult-Status erhoben haben, umzusetzen.

Hit it on the ground,
Make ’em bend down,
Make it hurt, (TSCH, TSCH)
Eat dirt!

Eins ist aber deutlich geworden, aus diesem Turnier geht jeder mit sehr viel mehr Erfahrung heraus als vorher. Und das ist gut so, denn die Briten haben es bewiesen, Erfahrung und das Zusammenspiel machen den Erfolg aus. Auch Slowenien hat gezeigt das erst im Laufe der Zeit eine top funktionierende Mannschaft entsteht. Vor ein paar Jahren waren sie noch letzter, in diesem Turnier haben sie ernsthaft um den Titel mitgespielt. Wir stehen nicht mehr ganz am Anfang, sind schon einen Schritt weiter. Gute Laune und Spaß hatten wir allemal.

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